Die Näher*in II

Claudia Rößger schenkte mir bei unserer gemeinsamen Ausstellung „Tusch!“ eine Nähmaschine, die in ihrer Tasche von Kuba nach Leipzig mitreiste.

Ich schmolz eisfarbenes, transparentes Glas aus einem Kneipenfenster und weiße Kosmetikflaschen darüber. Die Platte, auf der sie steht, und einzelne Elemente der Nähmaschine an sich, sind mit echtem Blattgold versehen. Dieses Blattgold wiederum bekam ich von Anja Sanchez, einer hervorragenden Goldschmiedin.

Die Nähmaschine steht für harte, sich kaum lohnende Arbeit, die vor allem Frauen leisten mussten, ob zu Hause, oder in der Fabrik. Auch wenn sie kaum noch eine Rolle in unserer Wegwerfgesellschaft spielt, steht sie dennoch in vielen Ländern für Ausbeutung und billige Frauen- und Kinderarbeit.

Die Nähmaschine ist Teil unseres Luxus, unendlich viele, billige Klamotten zu haben und jedem modischem Trend hinterherzulaufen zu können. Die Arbeitsbedingungen an ihr waren und sind immer noch hart und die Löhne ungerecht.

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